DIESER MENÜPUNKT ENTSTEHT NOCH
Veterinäheres
Eins
ist diesem Menüpunkt vorweg
zu nehmen:
Ich
selbst bin Tierärztin und versuche hier möglichst einen
überschaubaren Überblick zu
verschaffen. Zudem stehe ich auch gerne für Fragen zur
Verfügung. Erstens werde ich
allerdings NICHT auf Therapiemöglichkeiten eingehen, zweitens sind
meine Antworten auf eventuelle
Fragen noch völlig ohne Gewähr und zudem
ersetzen diese
Seite und meine Antworten nicht den Gang zum Tierarzt!!!
Physiologie
Vitalfunktionen- biolog. Daten- Kopf- Haut u. Haare (Duftorgane)- Magen-Darm-Trakt- Geschlechtsorgane- mutterlose Jungtieraufzucht
Infektionskrankheiten
Viruserkrankungen:
Viruspneumonie-
LCM- MS-Lähme- Zytomegalievirus- Leukose
Bakterien:
Streprokokken- Bordetella- Klebsiella- Pasteurella- Pseudotuberkulose- Koli- Salmonella- Staphylokokken- Tyzzer's Disease
Pilze&Hefen:
Dermatomykose-
Candida
Parasiten: Endoparasiten: Protozoen- Zestoden- Nematoden
Ektoparasiten:
Haarlinge- Sarkoptesräude- Haarmilben- Notoedresräude- Demodex
Krankheiten der
Organsysteme
Haut&Anhangsorgane: Alopezie- Dermatitis- Lippengrind- Backenabszeß- Ballenentzündung&-abszeß- Allergie- übermässiges Krallenwachstum
Sinnesorgane&Nervensystem: Erkrankungen
der
Augen-
Erkrankungen
der Ohren-
Erkrankungen
des
Nervensystems
Physiologie
Vitalfunktionen
Körpertemperatur
37,5 -
39,5°C
Herzfrequenz
150 - 300 / Min.
Atemfrequenz
100 - 150 / Min.
Geschlechtsreife
Weibchen 4. - 6.
Lebenswoche
Männchen 3. - 10. Lebenswoche
Zuchtreife Weibchen 3.
-5. Lebensmonat
Männchen
2,5. - 5. Lebensmonat
Zykluslänge 15 -
19 Tage
Östruslänge 6
- 11
Stunden
Trächtigkeitsdauer
59 - 72 Tage
( im Mittel 68 Tage)
Wurfgröße
1 - 5 ( Ausnahmen möglich)
Hodenabstieg
mit ca. 6
Wochen
biologische
Daten
Lebenserwartung
6 - 8 Jahre (in Ausnahmen sogar bis 15
Jahre)
Körpergewicht
(männlich
ausgewachsen) 1000 - 1800g
Körpergewicht
(weiblich
ausgewachsen) 700 - 1000 (1200)g
Zahnformel I1
C0 P1 M3
----------------
= 20 Zähne
I1 C0 P1 M3
Futterverbrauch
6g / 100g KM / Tag
Wasserverbrauch
5 -
10ml / 100g KM / Tag
Kopf
Im Ober-
und Unterkiefer befinden sich
insgesamt 20 Zähne, die offene Wurzeln besitzen und somit ständig
wachsen. Der
Milchzahnwechsel erfolgt im Uterus zwischen dem 43. und 48.
Trächtigkeitstag. Manchmal aber
auch erst in den ersten Lebenstagen.
Für den optimalen
Zahnabrieb ist eine
struktur- und rohfaserreiche Ernährung nötig, die als Heu und Gras
gereicht werden
sollte.
Meerschweinchen
haben einen sehr
ausgeprägten Gehör- und Geruchssinn.
Ebenfalls können sie auch Farben sehen. Der
Konjunktivalsack enthält viel lymphatisches Gewebe, das sich
bei antigener Einwirkung
vorwölben kann. Tonsillen (Mandeln) sind keine vorhanden.
Haut- und
Haare (inkl.
Duftorgane)
Es gibt
zwei Arten von Duftorganen:
Das Kaudalorgan (Sitz: ca. 1cm oberhalb des Anus) sezerniert
Sexualduftstoffe. Die Ausgänge
der Perinealdrüse (Sitz: zwischen Sexualorgan und
Anus) münden in der beim Männchen
stärker ausgeprägten Perinealtasche. Bei älteren Tieren kann
es hier zu Kotanschoppung
kommen.
Während der
Trächtigkeit und der Zeit kurz
nach der Geburt kommt es zu Haarveränderungen: Am Ende der Trächtigkeit
stoppt das Haarwachstum,
woraufhin es nach der Geburt vermehrt wieder anläuft. Dadurch werden
die Haarfollikel verdrängt und
die Haare fallen symmetrisch aus.
Magen-Darm-Trakt
Der Magen
(Fassungsvermögen ca. 20-40ml
beim ausgewachsenem Tier) ist einhöhlig und hat eine sehr dünne Wand.
Daher können die Schweinchen
auch nicht erbrechen. Die mikrobielle Zelluloseverdauung findet im
Zäkum-Colon-Bereich statt (also
im Blind- und Dickdarm). Dafür wird ständig Gallenflüssigkeit, ein
Ileumsekret (reich an
Bikarbonat) und Harnstoff benötigt. Wenn die Mineralstoffaufnahme zu
hoch ist, entsteht leicht eine
Urolithiasis. 15% Rohfaseranteil in der Nahrung ist unbedingt nötig, da
die Tiere sonst ihre
eigenen Haare oder die der Kumpels fressen, was zu Bezoarbildung und
Durchfall führen kann. Die
Darmflora besteht zum Großteil aus grampositiven Bakterien. E.coli
sind, wenn, dann nur in sehr
kleinen Mengen vorhanden. Dadurch ist die Flora auch sehr leicht durch
falsche Antibiotikagabe zu
stören (coliforme Keime können sich bei einseitiger Antibiose rasant
vermehren), was zu
Endotoxinausschüttung und -resorption und somit zum Schock mit
eventueller Todesfolge führt. Durch
die Koprophagie/Zäkotrophie (Fressen des eigenen Blinddarmkots
haupsächlich am frühen Nachmittag)
nehmen die Schweinchen bakerien-, stickstoff- und vitamin(Vitamin
B,K)reichen Kot auf. Die Vitamin
C-Synthesefähigkeit ist mit der Zeit verloren gegangen. Daher sind sie
auf eine exogene Zufuhr
von 10mg/kgKM/Tag
(in der Trächtigkeit
sogar 30mg/kg KM/Tag) angewiesen.
Geschlechtsorgane/Geburt
Außer im Östrus und
während der Geburt ist
die Scheide durch eine epitheliale Membran verschlossen. Die
Trächtigkeit dauert im Mittel ca. 68
Tage, nach 4 Wochen können die Jungen deutlich palpiert werden (mit
Ultraschall läßt sich schon
nach 11-19 Tagen der Herzschlag nachweisen). Im Endstadium der
Schwangerschaft öffnet sich durch
das Hormon Relaxin die Schambeinfuge bis zu 2cm. Hinzu kommt eine
Lockerung der
Kreuz-Darmbein-Verbindung, wodurch eine passive Beweglichkeit entsteht.
Die Neugeborenen sind
vollständig entwickelt und können direkt nach der Geburt auch schon
stukturiertes Futter aufnehmen.
Trotzdem ist die Milchaufnahme gerade in den ersten Lebenstagen für
ihre Entwicklung von enormer
Bedeutung.
mutterlose
Jungtieraufzucht
Bei der mutterlosen
Jungtieraufzucht sollte
die tägliche Milchaufnahme 10-35% des Körpergewichts betragen. Ein
geeigneter Milchaustauscher ist
leicht selber herzustellen:
Produkt
Anteil in %
Magerquark
38
Eigelb
4
--->
rohes Eigelb oder
gekochte, pürierte Eier
Vollmilch
48
Rahm(30%Fett) 7
Speiseöl
1
---> z.B. Soja- oder
Sonnenblumenöl
Mineralfutter
2
--->
Kalzium-Phosphorverhältnis ca. 2:1, Vitamin C-Zugabe
Dreimal täglich
sollten 5-7% der
Körpermasse (5-20g) dieses Milchaustauschers körperwarm gefüttert
werden. Ebenso sollte auch
Strukturfutter gereicht werden.
Infektionskrankheiten
Viruserkrankungen
Viruspneumonie
Das Adenovirus wird
durch direkten Kontakt
übertragen und ist fähig, ganze Zuchten auszulöschen. Die
Inkubationszeit beträgt 5 bis 10 Tage.
Der Tod tritt ca. 1 bis 2 Wochen nach Auftreten der ersten Symptome
auf. Heilungsaussichten gibt es
so gut wie keine.
LCM (
Lymphozytäre Choriomeningitis) -
ist eine Zoonose
Hat i.d.R. beim
Meerschweinchen keine
Bedeutung. Das Arenavirus kommt v.a. bei Hamstern vor. Reservoire sind
wildlebende Mäuse.
Übertragung erfolgt über Bisswunden, diaplazentar (über die Plazenta)
und Insekten. Als Symptome
lassen sich u.U. Nachhandlähme mit fortschreitender Paralyse,
Atemwegsprobleme, Konjunktivitis und
Exikose nennen. Eine spezifische Therapie ist nicht bekannt, im
Allgemeinen werden die tiere aber
nach ca. 3 Wochen wieder gesund.
Meerschweinchenlähme
(Gehirn-Rückenmarksentzündung)
Viel ist noch nicht
bekant über diese
tückische Krankheit. Es wird mittlerweile angenommen, dass evtl. ein
Poliovirus daran schuld ist.
Die Ansteckung erfolgt diaplazentar und peroral. Die Inkubationszeit
beträgt 9 - 23 Tage. Als
Symptome sind Inappetenz, struppiges Haarkleid, Kauern,
Atembeschwerden, Kotanschoppung in der
Perinealtasche, Zittern, Zuckungen der Hals-, Schulter- und
Rückenmuskulatur, zunehmende Hypotonie
besonders der Hintergliedmaßen bis zur Lähmung. Der Tod tritt nach 2 -
10 Tagen ein. Im Frühstadium
kann noch eventuell eingegriffen werden.
Zytomegalievirus-Infektion
(Speicheldrüsenvirus-Infektion) - ist eine Zoonose
Das zellgebundene
Herpesvirus läßt nach
peroraler Aufnahme die Tränendrüse und die Glanula submaxillaris
erkranken. Symptome sind
gesteigerte Speichel- und Tränenproduktion, Atemwegsprobleme und
mumpsähnliche Schwellung der
Speicheldrüsen. Keine spezifische Behandlung bekannt. Selbstheilungen
sind
möglich.
Leukose
Das Onkornavirus
wird laktogen und
diaplazentar übertragen, die Inkubationszeit ist unbekannt.Symptome
sind Inappetenz, Schwellung der
Leber und der Lymphknoten, Anämie und Leukozytose (Anstieg der weißen
Blutkörperchen im Blut).
Zumindest symptomatisch behandelbar.
Bakterienerkrankungen
Streptokokken-Infektionen
1. Streptococcus
pneumoniae - Übertragung
aerogen oder direkt. Zoonose. Die Symptome sind vielfältig:
Appetitlosikeit/Abmagerung, sämtliche
Symptome einer Atemwegserkrankung (Niesen, Husten, Konjunktivitis
etc.), Gastroenteritis,
Peritonitis, Nephritis, Vaginits, Aborte; Pyometra etc.. Therapie
möglich, aber oft zu
spät.
2. Streptococcus
zooepidemicus -
Übertragung durch Wunden und den Genitaltrakt. Respirationssymptome,
aber auch Aborte, Mastitis und
Abszesse am und im Auge möglich. Frühzeitge Therapie möglich.
Bordetella-Infektionen
Meistens eine
chronisch verlaufende
Bronchopneumonie, aber auch Pleuritis und Mittelohrentzündung möglich.
Oft plötzliche Todesfälle.
Therapie möglich.
Klebsiella-Infektionen
Schwere Pneuomie
sowie Hautabszesse,
Mittelohrentzündung, Meningitis sind zu verzeichnen. Auch hier
gibt es plötzliche Todesfälle.
Therapie möglich.
Pasteurellose
Wird v.a. durch
Kaninchen übertragen.
Respiratorische Symptome neben vergrößerten Hoden, Hautulzerationen und
vaginalem Ausfluß. Der Tod
tritt nach ca. 2-3 Tagen ein. Therapie möglich.
Pseudotuberkulose
(Yersiniose,
Rodentiose) - ist eine Zoonose
Akute Verläufe mit
Husten und Dyspnoe, der
Tod tritt innerhalb 24 Std. auf. Öfters jedoch kommt die chronische
Form vor mit Abmagerung,
Durchfall, Husten, Atemnot und Abszeßbildung in den Lymphknoten.
Brechen diese Abszsse auf, gilt
hier größte Vorsicht, da der Eiter höchst infekiös auch für Menschen
(v.a. Kinder) ist. Therapie
zweifelhaft.
Koli-Infektionen
Wenn die Darmflora
durch Fütterungsfehler
oder Antibiotikagabe durcheinander gekommen ist, kann E.coli sich sehr
schnell vermehren. Dies
führt zu Apathie, Hypothermie, Inappetenz, Durchfall und zum Tod nach
ca. 4 - 9 Tagen. Therapie
möglich.
Salmonellose
- ist eine
Zoonose
Hier sind
gastroenteritische Symptome zu
erkennen, aber auch Dyspnoe, Konjunktivitis und Aborte sind möglich.
Therapie
möglich.
Staphylokokken-Infektionen
Hier treten
Wundinfektionen, Hautabszesse,
Konjunktivitis, Kiefer- und Zahnfachentzündungen, Mastitis,
Mittelohrentzündung etc. in den
Vordergrund. Therapie möglich.
Tyzzer's
Disease
Das Clostridium
piliforme gehört zu den
Sporenbildnern und ist daher fast unendlich "haltbar" in der Umgebung.
Klinisch sind die Tiere oft
inapparent. Bei Jungtieren kommt es allerdings oft zu wässrigem
Durchfall und Tod innerhalb 48 - 72
Std.. Therapie möglich.
Pilze und
Hefen
Dermatomykosen
Auslöser sind
Trichophyton und
Microsporumarten. Die Übertragung ist vielfältig. Sie kann direkt oder
über sogenannte Vektoren
(Mensch, Hund, Katze, Milben, Fliegen etc.) geschehen. Symptome sind
Erytheme, ovaler bis
kreisförmiger Haarverlust, Schuppen- und Borkenbildung. Bei
Trichophyton beginnt es an der Nase,
setzt sich weiter über Augen und Ohren fort, seltener ist der Rücken
befallen. Therapie
möglich.
Candida
Hier stehen
weißliche Beläge auf der
Maulschleimhaut im Vordergrund. Therapie möglich.
Parasiten
Endoparasiten
1. Protozoen
a) Trichomonas -
Enteritis, Abmagerung und
Todesfälle bei Jungtieren. Therapie möglich.
b) Kokzidiose -
Eimeria (struppiges
Haarkleid, Abmagerung, Polyurie, Durchfall); Klossiella (eigentlich
symptomlos, u.U. Nephritis,
Hämaturie, Nierenfunktionsstörungen). Therapie möglich.
2. Zestoden -
Bandwürmer
Hymenolepis -
Abmagerung und Durchfälle.
Therapie möglich.
selten, genau wie
Trematoden
3. Nematoden
Paraspidodera
(Oxyuris) - Abmagerung,
gesträubtes Haarkleid, Enteritis, Aborte, Jungtierverluste. Therapie
möglich.
Ektoparasiten
1. Haarlinge - Die
Übertragung ist meist
durch direkten Kontakt. Das Haarkleid erscheint struppig, es sind v.a.
die Ohren, Augenbereich und
Halsbereich betroffen. Die Tiere sind unruhig, haben starken Juckreiz,
magern ab, können eine
Anämie, Ekzeme mit Krustenbildung bekommen, sowie epileptiforme Anfälle
sind möglich bei starkem
Befall. Therapie möglich.
2. Sarkoptesräude -
Auch hier verläuft die
Infektion durch direkten Kontakt. Die Tiere haben starken Juckreiz,
Alopezie und Hautverdickungen.
Beginn an Lippen und Nase, dehnt sich später auch aus. Zoonose!
Therapie
möglich.
3. Haarmilben -
Auch Pelzmilbe genannt. Mit
der häufigste Ektoparasit bei Meerschweinchen. Nur bei starkem Befall
äußern sich Symptome wie
Juckreiz, Haarausfall, Rötungen, Krusten etc..Durch Haaransammlungen im
Ober- und Unterkiefer
leidet das Tier an Appetitlosigkeit, was leicht eine Zahnanomalie
vortäuscht. Therapie
möglich.
4. Notoedresräude -
eher selten. wird auch
Kopfräude genannt, da die Krusten an Lippen, Ohren, Augen, Nase, Hals
und Vorderbeinen auftreten.
Im weiteren Verlauf kann sich eine absolute Abmagerung entwickeln.
Therapie
möglich.
5. Demodex - sehr
selten. Der Juckreiz ist
nur sehr leicht ausgeprägt. Die Haare fallen an Bauch und an den Seiten
aus. Die Haut ist
gerötet,manchmal verdickt, mit Krusten versehen, es bilden
sich Schuppen. Therapie
möglich.
Krankheiten
der
Organsysteme
Haut
und
Anhangsorgane
Alopezie
Es gibt eine
physiologische Alopezie, die
bei Weibchen am Ende der Trächtikeit sowie nach der Geburt und
bei Jungtieren im Absetzalter
auftritt. Die pathologische Alopezie kann ihren Ursprung in vielerlei
Hinsicht haben: durch
Beißereien, Pilzerkrankungen und Ektoparasiten. Wenn der
Haarverlust symmetrisch an den
Flanken auftritt, können Ovarialzysten der Grund dafür sein. Wenn der
Rohfasergehalt in der Nahrung
zu gering ist, fressen die Tiere gerne auch ihre eigenen Haare und die
der Artgenossen an, was
ebenalls zu Alopezie führt. Therapie möglich.
Dermatitis
Eine Dermatitis
kann durch infizierte
Bisse, Staphylokokkeninfektionen, Pilze, Ektoparasiten und
Vitaminmangel ausgelöst werden. Therapie
möglich.
Lippengrind
Wenn ein Mangel an
Vitamin A,B und C,
Proteinen, essentiellen Amino-/Fettsäuren und Spurenelementen
(Magnesium, Mangan, Kobalt, Zink)
vorliegt, ist die Widerstandsfähigkeit der Haut herabgesetzt. Dadurch
entstehen leichter Mikrorisse
in der Mundgegend/-schleimhaut. Hier nisten sich Bakterien und Pilze
(die durchaus auch über die
Zäkotrophie dorthin gelangen können) ein. Zudem kann der Lippengrind
entstehen, wenn zuviel Obst
gereicht wird, da die Fruchtsäuren die Haut
angreifen. Außerdem machen diese Säuren den Harn
saurer, wodurch es beim Belecken der Genitalregion wiederum zu
Reizungen kommt. Therapie
möglich.
Backenabszesse
Diese Eiterherde
können durch die
Verletzung der Maulschleimhaut entstehen. Es sind hauptsächlich
Streptococcus zooepidemicus,
Staphylococcus aureus und Yersinia pseudotuberculosis dran beteiligt.
Therapie
möglich.
Ballenentzündung
und
-abszeß
Oft tritt dies bei
gut genährten und falsch
gehaltenen Meerschweinchen auf. Es kann zudem bei
Mikroläsionen zu eitrigen Infektionen
kommen. Hierbei gibt es drei Formen: 1. aseptisch bei Druck, Nässe und
Fehlbelastung; 2. septisch
mit Abszeß; 3. chronisch mit Granulationsgewebe. Es entstehen
Hyperämie, Schwellungen,
Gewebeverhärtungen. Die Ballenhaut kann dabei auch pergamentartig
werden. Ausdehnungen auf Gelenke,
Beugesehnen und Knochen sind möglich. Therapie versuchsweise möglich.
Allergie
Allergien können
durch z.B. Einstreu oder
auch nach dem Baden durch Shampoo auftreten. In der Literatur werden
vermehrt weiß
p.e.-Meerschweinchen als betroffen beschrieben. Hierbei kommt es zu
seröser bis eitriger
Bindehautentzündung. Zudem kann eine Dermatitis mit Juckreiz entstehen.
Therapie
möglich.
Übermäßiges
Krallenwachstum
Dadurch können
Fehlstellungen wie
korkenzieherartig gewundene und eingewachsene Nägel entstehen.
Sinnesorgane
und
Nervensystem
Erkrankungen
der Augen
1. Blepharitis -
Durch einen Pilzbefall
entstehen verkrustete, haarlose Stellen und vermehrter Tränenfluß.
Behandelbar.
2. Konjunktivitis -
Entstehen kann eine
Bindehautentzündung durch eine bakterielle Infektion z.B. mit
Bordetella, Streptokokken,
Staphylokokken, Pasteurellen, Salmonellen und Chlamydien. Aber auch
Staub und Schmutz kann genauso
wie eine zu hohe Ammoniakkonzentration bei mangelnder Hygiene oder
Vitamin C-Mangel zu solch einem
Problem führen. Symptome sind meist gerötete Bindehäute und Tränenfluß.
Behandelbar.
3. Korneatrübung -
Entsteht durch eine
Hornhautdegeneration. Man erkennt meist zentrale und ovale Trübungen,
aber nicht vollständig. Oft
kommt es zu einer intraokulären Knochenbildung. Therapie nicht bekannt.
4. Keratitis, Ulkus
- Durch Fremdkörper
(Einstreu, Futter) oder sich vermehrtes Kratzen bei z.B.
Pilzinfektionen. Auch hier kann eine
Trübung und vermehrtes Tränen zu sehen sein. Therpie möglich. VORSICHT!
Bitte keine
Eigenbehandlung, da z.B. eine Cortison-haltige Salbe das Ganze
furchtbar verschlimmern
kann.
5. Exophtalmus -
Durch einen raumfordernden
Prozeß (Hämatom, entzündete Tränenderüse, Abszeß, Tumor etc.). Wenn das
Auge nicht mehr geschlossen
werden kann, bleibt oft nur das Herausnehmen des Auges.
Erkrankungen
der Ohren
1. Otitis externa -
Durch z.B. Fremdkörper,
Pilze oder Milben, auch als Begleiterscheinung bei Otitis media und
interna. Juckreiz und
vermehrter "Ohrenschmalz". Therapie ist möglich.
2. Otitis media und
interna - Bakterielle
Ursachen wie Streptokokken, Pasteurellen, Bordetellen, Pseudomonas und
Staphylokokken. Es kommen
Fieber, Apathie, Gleichgewichtsstörungen, Tortikollis vor. Wenn die
Infektion schon auf das Gehirn
übergegangen ist, kommen noch zentralnervöse Störungen dazu. Therapie
möglich, aber schwierig.
Erkrankungen
des
Nervensystems
Durch Viren (LCM,
Polio), Bakterien,
Trauma, Schwangerschaftstoxikose, Enterotoxämie, fortgeschrittene
Otitis media bzw. interna oder
durch Vitamin C- und E-Mangel. Behandlung nur im Frühstadium
unterstützend, aber nicht
heilend.
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